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Getreu den Corona-Vorgaben durften bis zu 10 Gäste an der von Düsseldorf-aktiv ausgerichteten Heinrich-Heine-Führung teilnehmen. Bei strahlendem Sommerwetter folgte die Gruppe in der Altstadt den Spuren eines der größten Söhne der Stadt – und erfuhr viele Details aus dem Leben des Dichters und Journalisten.

 

Heinrich Heine wurde am 13.12.1797 unter dem Namen Harry Heine als Sohn des norddeutschen jüdischen Kaufmanns Samson Heine und seiner Gattin Betti, einer reichen Bankierstochter, geboren. Die Heines lebten in der Bolkerstraße. Das war damals die Prachtstraße der Kleinstadt Düsseldorf. Heines Vater hatte einen Tuchladen im vorderen Teil des Hauses mit der Hausnummer 53, im Hinterhaus wohnte die Familie.

Im Laufe des Rundgangs durch die Altstadtgassen erfuhr die Gruppe vom sachkundigen Erzähler Wolfgang Horn unendlich viele Details: so zum Beispiel, dass Harry das Lyzeum ohne Abschluss verließ, sein Scheitern in der Textilfirma in Hamburg, die er in die Insolvenz führte, seine unglückliche Liebe zu seiner Cousine Amalie, oder dass er als Vor-Schüler den Schnupftabak seiner Lehrerin mit Sand versetzte. Und der kleine Harry wurde gehänselt: Harry, das klinge doch so, als wenn der Straßenkehrer, der Dreck-Michel, seinen Esel rufe: „Haarüh“.

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Nebenbei wurde auch das Rätsel gelöst, warum die Holzklappen vor den Fenstern Fensterladen heißen. Da hängten früher Handwerker an Haken ihre Waren aus, so zum Beispiel Schuhe, aber immer nur einen, damit niemand ein Paar stehlen konnte.

Nach der Insolvenz der väterlichen Firma studierte Heine Jura, das er mit der Promotion abschloss, in Bonn, Göttingen und Berlin. Versuche in Hamburg, als Jurist seinen Lebensunterhalt zu verdienen, scheiterten. Er ließ sich 1825 protestantisch taufen und nannte sich ab jetzt Heinrich. Mit seinen ersten Veröffentlichungen, Reisebilder (1826-1831) und dem Buch der Lieder (1827), legte er sich wegen der enthaltenen Kritik an Staat und Kirche mit den staatlichen Zensurbehörden an. Zu dieser Zeit arbeitete Heine schon als Journalist. 1831 ging er nach Frankreich. In Paris – wo er 1856 auch starb und beigesetzt wurde - setzte er, in regem Austausch mit der Pariser Intellektuellenszene, seine Karriere fort. Zudem schrieb er wieder als Autor für eine deutsche Zeitung. Nach vielen anderen Frauenbekanntschaften verliebte er sich in die Französin Mathilde (1815-1883). Sie soll zwar bildschön und eben auch nicht sehr schlau gewesen sein.

Für seine Heimatstadt Düsseldorf fand der Poet Heinrich Heine überraschend freundliche Worte: „Die Stadt Düsseldorf ist sehr schön, und wenn man in der Ferne an sie denkt, wird einem wunderlich zumute. Ich bin dort geboren, und es ist mir, als müsste ich gleich nach Hause gehen“.

 

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