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Duesseldorf-aktiv.net zeigt Gesicht. Möglicherweise fragen sich die Besucher unserer Seite, wer sich hinter dem Verein verbirgt. Wer sind die „Macher“ und welche Motive haben sie. Das Interview mit Elbert Loois war der Auftakt einer Interview-Reihe, mit dem Ziel die Menschen hinter den Kulissen von Duesseldorf-aktiv.net vorzustellen.

Ein Samstag Ende September 2012. Heike Ambaum und Marcus Klug nehmen sich Zeit, meine Fragen zu beantworten. Marcus hat bisher die Redaktion geleitet und dem Verein frischen Wind eingehaucht und übergibt die Redaktionsleitung nun an Heike Ambaum. Frei zu haben an einem der letzten warmen Tage in diesem Herbst, sorgt zusätzlich für eine sehr gelöste Stimmung.

Duesseldorf-aktiv.net: Heike, was sollten die Leser über unsere neue Redaktionsleiterin wissen?

Heike: Ich bin 48 Jahre alt, verheiratet und ich lebe schon seit meiner Kindheit in Düsseldorf. Ausgenommen von mehreren Studien- und Arbeitsaufenthalten in Frankreich. Ich habe Sozialwissenschaften studiert und zunächst in PR–Agenturen sowie Markt- und Meinungsforschungsinstituten gearbeitet. Mit 30 Jahren bin ich zu Henkel gekommen und bin fast 20 Jahre dort tätig gewesen. Vor Kurzem habe ich mich dazu entschieden, etwas anderes zu machen. Das Berufsfeld der Kommunikation soll allerdings erhalten bleiben.

Duesseldorf-aktiv.net: Eine spannende Biografie. Würdest Du diesen Weg wieder einschlagen, wenn Du noch mal vor der Entscheidung stündest?

Heike: Ja (mit Ausrufezeichen). Ich mochte das Team und die Menschen. Ich habe die Entwicklung „Was bedeutet Unternehmenskommunikation“ mitgestaltet. Als Pressesprecherin habe ich Menschen in ihrem Job begleitet und darüber hinaus habe ich dem Unternehmen über diese Menschengeschichten ein Gesicht gegeben. Das ist übrigens auch meine Ambition bei Duesseldorf-aktiv.net. Durch Biografien kann man viel über Menschen lernen, glaube ich. Menschen-Geschichten können Vorbild und Ansporn sein.

Duesseldorf-aktiv.net: Marcus wie sieht Dein Werdegang aus?

Marcus: Ich wurde in Wuppertal geboren und wohne seit 13 Jahren in Düsseldorf. Ich habe Germanistik, Medien- und Kommunikationswissenschaften in Düsseldorf und Brüssel studiert. Bis zu meinem 25. Lebensjahr wollte ich Journalist werden. Daher habe ich bereits vor meinem Studium diverse Praktika im Hörfunk- und Printbereich absolviert. Während meines Studiums arbeitete ich zudem als freier Journalist im Musikterrain, u. a. für solche Magazine wie die DE:BUG in Berlin und die Jazzthing in Köln. Der journalistische Fokus hat sich aber mit der Zeit verschoben. Was mich mehr und mehr interessierte, war die Vermittlung von Wissenschaft und die Gestaltung von wissenschaftlichen Formaten im Digital-Sektor. So arbeite ich aktuell u. a. am Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) an der Universität Witten/Herdecke und bin dort mit Fragen des digitalen Wissenstransfers beschäftigt.

Duesseldorf-aktiv.net:
Du gibst die Redaktionsleitung auf Marcus. Wie kamst Du überhaupt zu Duesseldorf-aktiv.net?

Marcus: Gegen Ende 2010 hatte ich eine Krise und dadurch musste ich mich neu orientieren. Ich wollte im Digitalbereich etwas machen und Duesseldorf-aktiv.net hat Online-Redakteure gesucht, das fand ich spannend.

Duesseldorf-aktiv.net: Welche Erfahrungen hast Du im Verein gemacht Marcus?

Marcus: Im ersten Halbjahr 2011 gab es keine Redaktion. Dann hat sich eine Redaktion gebildet, und zwar ein loses Team von Ehrenamtlichen, die sich für redaktionelle Arbeit interessierten. Überraschenderweise bestand unser Team aus relativ jungen Menschen – irgendwo zwischen Mitte 20 und Ende 30. Das war damals für den Verein recht ungewöhnlich, da der Altersdurchschnitt deutlich höher lag.

Duesseldorf-aktiv.net: Heike, was hast Du Dir für die Leitung der Redaktion vorgenommen?

Heike zeigt auf Marcus und sagt: Ich möchte die erfolgreiche Arbeit von Marcus fortsetzen und die unterschiedlichen Talente, beruflichen Qualifikationen und Motivationen des engagierten Redaktionsteams bündeln. Es geht meiner Meinung nach auch darum, den Verein Duesseldorf-aktiv.net den Düsseldorfern noch bekannter zu machen.

Duesseldorf-aktiv.net: Was ist denn das wesentliche Ziel des Vereins?

Heike: Unsere Zielgruppe sind Leute, die ein Ehrenamt suchen. Somit müssen wir darauf achten, dass wir unsere eigenen „Kunden“ nicht aus den Augen verlieren.

Marcus: Stimmt, das ursprüngliche Ziel war ja, mehr Menschen in Düsseldorf zu einem Ehrenamt zu bewegen. In letzter Zeit ist der Verein in der Vereinsarbeit sehr operational geworden. Wir müssen wieder zu einer 50 / 50 Regelung  kommen, d.h. 50% Kreativität und 50% Struktur.

Duesseldorf-aktiv.net: Gibt es eigentlich Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Bezug auf die Vereinsarbeit?

Marcus: Frauen sind kommunikativer und gehen, bezogen auf das Vereinsleben, mit mehr Bedacht vor. Sie denken beispielsweise daran, für das leibliche Wohl während einer Sitzung zu sorgen oder schreiben E-Mails an die Mitglieder als Dankeschön. Das spricht für eine erhöhte Sensibilität im Umgang mit anderen Menschen und dem dazugehörigen Umfeld.  Männer hingegen führen besser und sind zielorientierter. Um genau zu sein: Sie führen besser operational.

Heike: Das hat aber auch etwas mit der Generation zu tun und nicht nur mit Frauen und Männern. Geht man in einem Ehrenamt anders miteinander um als in einem Unternehmen?

Marcus: Die Verlässlichkeit ist anders.

Heike: Es gelten zwar die gleichen Werte …

Marcus: … aber sie werden nicht immer eingehalten.

Duesseldorf-aktiv.net: Die empirische Engagementforschung hat herausgefunden, dass sich in Deutschland rund 36% der Bürger freiwillig engagieren. Findet ihr, dass das viel oder wenig ist?

Marcus und Heike unisono: Viel!

Duesseldorf-aktiv.net: Die Längsschnittuntersuchung des Freiwilligensurveys hat dabei Sport und Bewegung (10,1%), Schule und Kindergärten (6,9%), Kirche und Religion (6,9%), Soziales (5,2%) sowie Freizeit und Geselligkeit (4,6%) als größte Engagementbereiche identifiziert. Der Anteil der Politik und Interessenvertretung ist weit abgeschlagen. Warum meint ihr kommt die Politik so schlecht weg?

Marcus: Politiker stehen häufig nicht zu dem, was sie sagen. Wahlversprechen werden oft gebrochen.

Heike: In einem Verein ist ein schnellerer Erfolg sichtbar, als in der Politik bzw. in einer Partei. In einer Partei ist die Bürokratie höher als in einem Verein denke ich. Vielleicht gibt es außerdem Berührungsängste mit der Politik oder man weiß nicht, in welcher Partei man sich engagieren soll.

Duesseldorf-aktiv.net: Was hast Du zukünftig vor Marcus?

Marcus: Ich arbeite seit Kurzem beim DZD, dem Dialog- und Transferzentrum Demenz an der Universität Witten/Herdecke. Es geht um die Vermittlung von Wissen aus der Demenzforschung an Praktiker aus der  Pflege, vorzugsweise in leitenden Positionen. Meine Aufgabe ist es, diese Art von Wissenstransfer auf soziale Medien umzumünzen. Derzeit arbeite ich beispielsweise an einer Internetseite. Die Internetseite ist das Zentrum der Kommunikation und es geht darum herauszufinden, auf welchen Kanälen die Leute unterwegs sind und wie sie angesprochen werden können. Neben der Internetseite spielen dann auch solche sozialen Medien wie Facebook und Twitter eine wichtige Rolle. Außerdem möchte ich meine Dissertation fertigstellen. Meinen Blog „Digitalistbesser.org“ – den ich zusammen mit Michael Lindner betreibe – wird es auch weiterhin geben.

Duesseldorf-aktiv.net: Was war denn Dein schönstes Erlebnis bei Duesseldorf-aktiv.net Marcus?

Marcus: Platz zwei: Der Ehrenamtskongress im Dezember letzten Jahres anlässlich des europäischen Jahres der Freiwilligkeit und Platz eins: Das Interview mit Johannes Stüttgen und Götz Werner, das ich im April dieses Jahres führte.

Duesseldorf-aktiv.net: Heike und Marcus: Ich danke Euch für das Gespräch.

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