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Sonntagnachmittag, 22. April 2012 in einem Café in Düsseldorf. Ich treffe Elbert Loois, 36 Jahre alt, Ingenieur und vor kurzem in den Vorstand von duesseldorf-aktiv.net gewählt. Ich lerne einen „positiv verrückten Holländer“ kennen und keinen Managertypen, den ich erwartet hätte. Wir führen ein lebhaftes Gespräch über bürgerschaftliches Engagement, Lebensläufe, persönliche Auszeiten und Familie.

1.    Können Sie mir kurz ihren Werdegang schildern?

„Ich bin Diplombergbauingenieur und Diplombetriebswirt und habe in Aachen, London, Manchester, Helsinki und Delft studiert. Nach und während des Studiums habe ich unter anderem bei RWE als Projektmanager gearbeitet und bin seit fast zwei Jahren für ein Technologiedienstleistungsunternehmen als Geschäftsfeldleiter tätig.“

2.    Was wollten Sie mal werden, als Sie klein waren?

„Ich wollte Archäologe werden. Ich habe mich schon immer für Dinge interessiert, die unter der Erde begraben sind. Später interessierte ich mich für Geologie und danach für Mineralogie und ganz allgemein für Naturwissenschaften und Management. So kam ich zum Bergbau.“

3.    Wie kamen Sie zu duesseldorf-aktiv.net?

„Nachdem ich eine 6-monatige Regelung mit meiner Firma getroffen hatte, wollte ich diese Zeit nicht ungenutzt vorübergehen lassen. Ich habe deshalb bei Google die Stichworte Ehrenamt und Düsseldorf eingegeben. Die Caritas und duesseldorf-aktiv waren die ersten beiden Hits. Ich habe nach einem Amt Ausschau gehalten, in dem ich mein organisatorisches Können mit dem sozialen Aspekt verbinden kann und duesseldorf-aktiv.net hatte gerade eine Stelle für die Unterstützung im Vorstand ausgeschrieben.“

4.    Warum eine Ehrenamtsbörse?

„Ich bin schon seit längerem ehrenamtlich tätig. Ich war z.B. in Köln für die Caritas in der Flüchtlingshilfe aktiv. Unter anderem habe ich dort versucht, immigrierte Jugendliche über Sportangebote besser in der Gesellschaft zu integrieren. Ich wollte an diese Erfahrung im bürgerschaftlichen Engagement anknüpfen, ohne dasselbe zu machen.“

5.    Was haben Sie sich für ihre Arbeit im Verein vorgenommen?


„Ich möchte dazu beitragen, dass der Verein seine Ziele effektiv umsetzt und mehr Mitglieder bekommt. Außerdem ist mir der Umgang und der gemeinsame Spaß mit den Vereinsbeteiligten  sehr wichtig.“

6.    Wo liegt ihr persönlicher Schwerpunkt: Umwelt, Bildung, Kultur oder Soziales?

„Ich würde den Akzent im sozialen Bereich setzen.“

7.    Was meinen Sie: ist persönliche Ausgeglichenheit eine zwingende Voraussetzung zum Engagement oder wird man durch das Engagement persönlich ausgeglichen?

„Ich denke, dass man durch Engagement ausgeglichen wird. Bürgerschaftliches Engagement trägt zur persönlichen Entwicklung bei. Gerade der Teamgedanke zählt dabei.“

8.    Die Deutschen haben eine Vorliebe fürs Jammern. Denken Sie als Holländer positiver?

„Ich lebe ja seit langem in der deutschen Kultur. Ich würde nicht mehr sagen, dass mein Wesen rein holländisch ist. Ich bin seit zwölf Jahren hier und mir gefällt die gute Selbstorganisation der Deutschen, die es erfordert auch mal kritisch nachzufragen.“

9.    Apropos Holland: In Holland ist die Kultur des bürgerschaftlichen Engagements sehr stark ausgeprägt. Woher kommt das ihrer Meinung nach?

Lacht und sagt: „Ja der Lions Club und die Rotarier sind in Holland sehr stark vertreten. Spaß beiseite: Mein Vater ist Städteplaner und Jurist und lebt in Holland. Seit seinem 45. Lebensjahr plant er dort kostenlos Gebäude für Vereine und berät Flüchtlinge. Mein Vater ist nur ein Beispiel unter vielen. Die holländische Kultur ist sehr christlich geprägt, es existiert eine christliche Moral. Außerdem ist das Vereinsleben mit anderen Menschen sehr wichtig für die Niederländer.“

10.    Bei welcher Tätigkeit vergessen Sie alles um sich herum?

„Lesen. Ich lese sehr viel ausländische und deutsche Literatur, vor allem Romane und Krimis. Einer meiner Lieblingsautoren ist Milan Kundera.“

11.    Was sagen Ihre Freunde über Sie?

„Sie sagen, dass ich sehr viel Energie habe und ein Optimist bin.“

12.    Zuletzt ein Gedankenspiel. Bitte beenden Sie den Satz: „Ohne duesseldorf-aktiv…“

Lacht und sagt: „Ich werde mich in der nächsten Zeit beim Kennenlernen des Vereins und der Vereinsteilnehmer inspirieren lassen, diesen Slogan zu beenden!“

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