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Buddy e.V. kann die Früchte seiner Arbeit ernten. Der in Düsseldorf ansässige Verein ist bundesweit mit Unterstützung der Vodafone-Stiftung, Bundesländern und Gemeinden in Schulen tätig, um das soziale Lernen der Schüler zu fördern. Von der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" wurde jetzt Buddy e.V. mit einer Plakette ausge- zeichnet. Wir gratulieren gerne mit, weil Buddy das Engagement der Schüler untereinander, im schulischen und außerschulischen Bereich fördert. Schüler helfen sich selbst.

Helfen statt streiten 05.02.2009 / Lokalausgabe, von JOACHIM GESCHKE
UNTERBILK. Wenn zwei sich streiten - nein, da freut sich kein Dritter, da gehen die Streitschlichter dazwischen. Jedenfalls an den Schulen, die an Buddy-Projekten teilnehmen. Buddy heißt Kumpel, und der 1999 von der Vodafone-Stiftung ins Leben gerufene gleichnamige Verein schult bundesweit Lehrer und Schüler, um Selbsthilfe-Projekte wie Hausaufgabenhilfe und Moderation von Streitigkeiten an den Schulen zu etablieren. Für seine „zukunftsweisenden" Aktionen wurde der Verein mit Sitz an der Benzenbergstraße 2 gestern von der Initiative „Deutschland - Land der Ideen" mit einer Plakette ausgezeichnet als einer von „365 Orten im Land der Ideen".

Lehrer in Trainingskursen
In Düsseldorf laufen, mit Unterstützung von Jugend- und Schulamt, Buddy-Projekte an 14 Haupt-, Realschulen und Gymnasien, berichtet Roman Rüdiger, studierter Sozialpädagoge und Geschäftsführer des Vereins.

Zurzeit sitzen zudem erstmals Lehrer von zwölf Grundschulen in Trainingskursen, die die Stadt mit 40 000 Euro unterstützt. Die pädagogische Idee von Buddy: „Lehrer sollen nicht mehr Chef im Ring sein, sondern Schülern in allen Bereichen Verantwortung übertragen - auch im Unterricht. Wir wissen inzwischen, das Erstklässler besser Lesen lernen, wenn Zweitklässler ihnen dabei helfen", fasst Rüdiger zusammen.

An der Realschule Florastraße 59 „lernen gerade 16 Kinder der neunten Klasse mit Konflikten umzugehen, Streit zu schlichten, beschwichtigend mit anderen Kindern zu reden", sagt Lehrerin Brita Siebke-Holzapfel. Und die Streithähne schriftlich auf eine Einigung festzulegen, die nach einer oder zwei Wochen überprüft wird. Die Deutsch- und Religionslehrerin bildet diese Schlichter aus, „ich war deshalb fünf Tage zur Fortbildung beim Buddy-Projekt."

33 Schlichter im Einsatz
Außerdem helfen Zehntklässler den Jüngeren bei den Hausaufgaben - „dafür bekommen sie 5 Euro pro Einsatz, die Eltern zahlen monatlich 15 Euro für die Hausaufgaben-Betreuung", so Siebke-Holzapfel.

Seit 2007 arbeiten 33 Schüler als Streitschlichter und helfen bei Hausgaben an der Carl-Benz-Realschule an der Lewittstraße 2 in Niederkassel, erläutert Schulleiterin Lora Mikof. „Nach Ostern beginnen neu ausgebildete Schlichter aus der neunten Klasse mit ihrer Arbeit." Unterstützung bei Hausaufgaben von Schülern für Schüler ist auch hier selbstverständlich, dabei arbeitet die Schule mit der benachbarten Jugendfreizeiteinrichtung „Rondell" zusammen.

Aber Schüler sollen künftig noch mehr Verantwortung übernehmen, kündigt Buddy-Geschäftsführer Rüdiger weitere Ziele bis 2011 an, „auch bei der Integration von Migranten, oder bei der Betreuung Behinderter." Schüler helfen Schülern als „Buddy", als Kumpel, und übernehmen dabei Verantwortung, lernen Gemeinschaftssinn, hier bei der Hausaufgabenhillfe in der Realschule Florastraße. (Fotos: Sergej Lepke) Geschäfstführer Roman R. Rüdiger freut sich, Buddy ist jetzt einer von 365 ausgewählten Orten in Deutschland.

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