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Im Zentrum plus Friedrichstadt des Deutschen Roten Kreuzes läuft bis zum 15. Mai die Ausstellung "Radschläger und Farbräume. Eine malerische Reise zu Vulkanen und Höhlenbildern". Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt aus dem aktuellen Schaffen des Düsseldorfer Künstlers Wolfgang Wimhöfer, dessen Werk vielfältige Verknüpfungspunkte zu sozialen Projekten bildet.

Wolfgang Wimhöfer ist eine Art Urgestein der Düsseldorfer Kunstszene. Einem größeren Publikum wurde er bekannt, als er sich in den 1990er Jahren beim Ausbau des Medienhafens dafür einsetzte, die alten Feuerhydranten zu erhalten. Über lange Zeit wurden diese zu seinem Markenzeichen, ob als bemalter Hydrant oder Acryl auf Leinwand. Derzeitig steht dagegen der Radschläger im Mittelpunkt seines Werkes. Dabei dienen derartige Objekte nicht nur der Betrachtung, sondern verweisen darüber hinaus auf sein Engagement.

Brücken schaffen zwischen Jung und Alt

Die Kunst von Wolfgang Wimhöfer eröffnet unterschiedliche Zugänge. Zum einen über die Ästhetik der Bilder – als impulsives Zusammenspiel zwischen Formen und Farben mit hohem Wiedererkennungswert –, zum anderen über den sozialen Aspekt. Dieser wird durch das Engagement von Wimhöfer hervorgerufen, der sich für den Austausch zwischen den Generationen einsetzt, dafür, dass die jüngeren Menschen etwas von den Älteren lernen und umgekehrt. Die Kunst bildet dabei eine Art von Brücke. "Es geht halt darum, dass wir die Separierung, die längst stattgefunden hat, wieder ein Stück weit aufheben", sagt er. Im Oktober 2009 hat er deshalb den Verein "Jung trifft Alt Düsseldorf e.V." ins Leben gerufen, um anhand verschiedenartiger Projekte den Austausch zu kultivieren. Bei dem Projekt "Rat(d)schlag" lernen Kinder etwa "das Rad zu schlagen, während die Senioren auf der anderen Seite Ratschläge in der Form von Sprichwörtern geben, die sonst verloren gehen würden." Neben konkreten Aktionen wird der Dialog zwischen Jung und Alt zudem durch zusätzliche Malworkshops ergänzt, an denen sich verschiedene Düsseldorfer Schulen und Senioreneinrichtungen beteiligen.

Ein Beispiel für eine derartige Kooperation bildet die Zusammenarbeit zwischen den Senioren vom Zentrum plus Oberkassel mit den Kindern der Katholischen Grundschule Niederkassel. Jeden Freitag trifft man sich, um im spielerischen Umgang mit der Kunst die eigene Kreativität zu stimulieren. "Wir mögen es einfach, zu malen", erläutert Svenja Helms ihre Motivation, für die das Projekt eine Herzensangelegenheit darstellt.


Svenja Helms und Maya Schulz malen unter der Leitung von Wolfgang Wimhöfer Bilder mit Senioren.

Der Tropfenradschläger als Rückkehr zu den Wurzeln

Als die Ausstellung am Freitag, dem 15. April, pünktlich um 15 Uhr mit der Vernissage eröffnet wird, führt Svenja zusammen mit einigen anderen Schülerinnen der Katholischen Grundschule den Radschlag auf. Nach der Aufführung, zu der neben den Eltern und einigen Mitarbeitern des Zentrums auch mehrere ältere Herren und Damen erschienen sind, hält Wolfgang Wimhöfer einen kurzen und anregenden Vortrag zu seinem aktuellen Werk. Es geht insbesondere um sein Verhältnis zu den Farben. Und um das innere Kind. "Manchmal sprechen die Farbe und der Pinsel und dann entstehen Sachen, die vorher gar nicht geplant waren, die letzten Endes aber die Phantasie anregen", sagt er.

Der andere Aspekt betrifft die soziale Dimension seiner Kunst, die über den Radschläger vermittelt wird. Dass junge und alte Menschen durch dieses Brauchtum zu gemeinsamen Aktionen und zum Malen angeregt werden, ist die eine Seite. Auf der anderen Seite spielt der Untertitel der Ausstellung – "Eine malerische Reise durch Vulkan- und Höhlenbildern" – noch auf eine andere universellere Bedeutung an. Der Tropfenradschläger, der jüngst als Motiv in den Bildern von Wimhöfer zirkuliert, kommt von der Form her aus den Höhlen, wie man sie etwa auf Gran Canaria entdecken kann – als Malerei der dortigen Ureinwohner.


Der Tropfenradschläger: Höhlenbilder als Quelle der Inspiration

Für Wimhöfer stellt diese Art von Radschläger eine Rückkehr zu den Wurzeln dar – zu der einfachen Art der Malerei. In sozialer Hinsicht ist das etwas, was Menschen aus allen Kulturen gleichermaßen ansprechen kann. "So gesehen ist für mich die Kunst letztendlich eine universelle Sprache, die Sprachbarrieren durch eine universelle Sprache überwindet", sagt er.

Die Ausstellung "Radschläge und Farbräume. Eine malerische Reise zu Vulkanen und Höhlenbildern" ist bis zum 20. Mai 2011 in der Zeit von 10.00 – 16.00 Uhr zu besichtigen. DRK Zentrum Plus I Jahnstraße 47 I 40215 Düsseldorf

Weitere Informationen zu den Projekten von Wolfgang Wimhöfer können unter folgender Seite abgerufen werden: http://www.artwim.de

Zum Verein "Jung trifft Alt Düsseldorf e.V." siehe darüber hinaus folgende Seite: http://www.jungtrifftalt-duesseldorf.org

Fotos: Marcus Klug

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