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Ehrenamtler suchen neue Mitstreiter in Düsseldorf

Von Sainab Sandra Omar und Andreas Bretz (Fotos)  |  Rheinische Post Düsseldorf  |  18.04.2016

Die Online-Plattform "Duesseldorf-aktiv.net" vermittelt Ehrenämter und feierte nun ihr zehnjähriges Bestehen.

  EHRENAMTS-BÖRSE 
Zehn Jahre „Duesseldorf- aktiv.net“
Die Düsseldorfer Online-Börse
gibt Vereinen und Organisationen die Möglichkeit, freie ehrenamtli- che Stellen auf ihrer Plattform im Internet zu inserieren.
Anbieter Unter den 100 Anbie- tern sind Oxfam, Pro Düsseldorf, die Awo, das Theaterlabor Traum- gesicht, Unicef, der Kinderschutz- bund oder die Knochenmarkspen-dezentrale der Uniklinik.
Stellen Über eine Suchmaske können Interessenten das für sie passende Angebot finden. Die Inter-netseite lautet: www.duesseldorf-aktiv.net/ehrenamtsboerse

Am Anfang seien sie nur drei oder vier Rentner gewesen, die sich in Wersten getroffen hätten, um etwas Sinnvolles zu tun, erinnert sich Jürgen Bianchi an die Geburtsstunde der Düsseldorfer Ehrenamtsbörse "Duesseldorf-aktiv.net". Inzwischen kooperieren 100 gemeinnützige Vereine und Organisationen der Stadt mit der Initiative und veröffentlichen ihre ehrenamtlichen Stellen auf der Online-Plattform.

Zum zehnjährigen Jubiläum lud "Duesseldorf-aktiv.net" am Wochenende ins Haus der Universität ein, wo 26 Vereine an kleinen Ständen ihre Arbeit vorstellten. Das Spektrum reichte von der "DLRG" bis zur "Arche". Als Schirmherr eröffnete Oberbürgermeister Thomas Geisel die Veranstaltung.

Er lobte das Engagement der Ehrenamtsbörse. Der große bürgerschaftliche Einsatz zeichne die Stadt aus, "so bleibt sie liebevoll und heiter", sagte der Rathaus-Chef und merkte an, dass er selbst in seiner Gemeinde als Presbyter tätig ist. Mit einem Ehrenamt beschenke man sich auch selbst, meinte Geisel.

10J DA Bernd WestermannDas konnte Bernd Westermann - zu seinem Ehrenamt befragt - nur bestätigen. Er informierte am Stand der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft über den interkulturellen Austausch, den er als große Bereicherung empfindet. Stein des Anstoßes war der Umzug seiner Tochter nach Shanghai vor fast 15 Jahren, seitdem folgten für den ehemaligen Gymnasiallehrer dutzende Besuche in dem fernöstlichen Land. "Früher fuhr ich nach Frankreich, um guten Wein zu trinken." Doch die chinesische Kultur habe ihn schnell fasziniert. In Stunden könne er freilich nicht ausdrücken, wie viel er sich in der Woche für seinen Verein engagiere, das variiere. So schreibe er für die quartalsweise erscheinende Vereinszeitschrift, wo etwa über deutsch-chinesische Kochabende berichtet oder chinesische Schachspiel-Meisterschaften oder Musikkonzerte angekündigt werden. Sein Wunsch wäre es, das Fach Chinesisch an Schulen zu etablieren.

Der Vorstandsvorsitzende der Online-Börse Elbert Loois betonte, dass es für die unterschiedlichsten Neigungen und Interessen ehrenamtliche Möglichkeiten gibt und dass Engagement vor allem auch keine Frage des Alters sei. Weder seien die meisten Menschen für viele ehrenamtliche Bereiche zu alt, noch sei das weit verbreitete Vorurteil richtig, nur Rentner engagierten sich ehrenamtlich.

10J DA Michelle MagalettaGute Beispiele für junge Ehrenamtlerinnen waren Michelle Magaletta und Hannah Konietzny. Magaletta ist vor anderthalb Jahren über die Vermittlungsbörse auf das Eine-Welt-Forum aufmerksam geworden. Damals hatte die heute 24-jährige gerade ihr Bachelor-Studium beendet und war auf der Suche nach einer bereichernden Beschäftigung. Das Thema Menschenrechte und Fairer Handel und die Projekte mit Afrika und Lateinamerika weckten sofort ihr Interesse. Einmal in der Woche hilft sie seitdem dem Geschäftsführer Ladislav Ceki und organisiert zurzeit die "Eine-Welt-Tage" zwischen Juli und November.

10J DA Hannah KonietznyHannah Konietzny ist Sozialpädagogin und setzt sich im Flüchtlingsrat seit einem halben Jahr ehrenamtlich dafür ein, Asylsuchende gegenüber Entscheidungsträgern zu unterstützen. Die 28-jährige wünscht sich, dass die Stunden der hauptamtlichen Berater in Flüchtlingsunterkünften aufgestockt werden und sich die Situation dort verbessert. Derzeit sind auf der Vermittlungsplattform 200 Ehrenamtsstellen vakant.

Ein Standbein ist die Willkommenskultur. Sie sei "das Beste, was die Stadt zu bieten hat", und soll sich, so Geisel, an Neubürger richten, egal ob sie aus Aleppo oder Gummersbach kommen".