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Ein Treffpunkt für Neulinge

von VALENTINA MEISSNER - 08.02.2013

Bilk. In dem hell erleuchteten Raum an der Bachstraße hat sich mittlerweile ein größeres Grüppchen versammelt. Angeregt unterhalten sich die Düsseldorfer - bei Apfelschorle und Keksen in vertrauter Atmosphäre. Plötzlich lugt ein Kopf durch die Tür in den Raum hinein. Als der Mann eintritt herrscht zunächst großes Staunen. Denn der Gast, der dort plötzlich in Mitte der Düsseldorfer steht, trägt einem Schal des Kölner Eishockeyclubs. Aufgeregt steht eine Dame auf und geht schnurstracks auf den Mann zu: „Herzlich Willkommen, setzten Sie sich doch zu uns“, begrüßt sie ihn lächelnd.Es ist Dienstagabend und die Initiative Düsseldorf-aktiv.net lädt zum „Willkommen in Düsseldorf“-Treffen in das Stadtteilzentrum Bilk ein. „Hier wird jeder Neu-Düsseldorfer herzlich empfangen, ob aus Köln, Japan, Amerika oder von anderswo“, sagt der erste Vorsitzende Elbert Loois. Seit mehreren Jahren lädt Düsseldorf-aktiv.net so Bürger ein, die vor kurzem nach Düsseldorf gezogen sind. „Wir helfen ihnen Fuß in ihrer neuen Wahlheimat zu fassen. Hier bei den Treffen gibt es die Möglichkeit neue Leute kennen zu lernen, Fragen zu stellen, zum Beispiel zu Behördengängen, und um Wissenswertes über die Stadt zu erfahren“, erklärt Loois. Neben dem Treffen, das immer am ersten Dienstag im Monat stattfindet, bietet die Initiative auch persönliche Beratungen, Rundgänge und Fahrradtouren durch Düsseldorf sowie Gesprächskreise für Deutschlernende an. Teil jedes „Willkommen in Düsseldorf“-Abends ist auch ein kurze Präsentation zu einem Freizeitthema. Heute werden Restaurants in der Stadt vorgestellt, in denen man preiswert und gut essen kann.

DAS PROJEKT

Das Projekt DÜsseldorf-aktiv.net wurde im Januar 2006 ins Leben gerufen. Die Initiative dient in erster Linie als Netzwerk für Ehrenämter. So vermittelt Düsseldorf-aktiv.net zwischen Engagierten, sozialen Einrichtungen und kulturellen Organisationen in Düsseldorf. Zudem bietet die Initiative ein breites Programm für Neu-Düsseldorfer an.

Auf der Internetseite von Düsseldorf-aktiv.net gibt es auch eine Stellenbörse für Ehrenämter. Der nächste Abend für Neu-Düsseldorfer ist am 5. März um 19 Uhr im Stadtteilzentrum Bilk, Bachstraße 145.

Mehr Informationen: www.duesseldorf-aktiv.net
oder unter W 300 383 83.

Mittlerweile hat auch Gregor Huse Platz genommen, der Mann mit dem Kölner-Schal. „Ich komme eigentlich aus Kiel. Mit dem Schal wollte ich nur mal die Reaktionen der Düsseldorfer testen“, grinst der 44-Jährige. Zwar wohnt Huse schon seit drei Jahren in Düsseldorf, als er von dem Treffen erfuhr, war jedoch sein Interesse geweckt: „Ich habe die Ankündigung in der NRZ gelesen und bin spontan vorbeigekommen. Hier kann ich neue Leute kennenlernen und noch mehr über meine neue Heimat erfahren“, erklärt Huse. Er kam damals aus beruflichen Gründen nach Düsseldorf und ist heute begeistert von der Stadt: „Hier hat man zwar nicht die Nordsee, aber der Rhein und die Promenade sind sehr schön. Außerdem hat man hier, im Gegensatz zum Norden, viele Volksfeste. Das kulturelle Angebot der Stadt finde ich auch sehr gut. Und natürlich das Altbier.“

Ein paar Plätze weiter sitzt Sachie Kikuchi. Die Japanerin wohnt seit September letzten Jahres in Düsseldorf. „Ich wollte schon immer nach Deutschland. Am Ende bin ich nach Düsseldorf gezogen, weil hier eine große japanische Gemeinschaft lebt. So kriege ich zum Beispiel noch alle Lebensmittel aus meiner Heimat“, erklärt die 31-Jährige. Sie ist im Internet auf das Treffen von Düsseldorf-aktiv.net aufmerksam geworden. Kikuchi ist nun schon das zweite Mal hier und besucht zudem den Gesprächskreis der Initiative. „Die Menschen hier sind sehr nett und höflich. Sie helfen einem, wenn man Fragen hat oder etwas über die Stadt wissen möchte“, sagt Kikuchi.

Eine internationale Stadt


Zwar wohnt die junge Japanerin noch nicht lange in der Landeshauptstadt, trotzdem fühlt sie sich mittlerweile sehr wohl in ihrer neuen Heimat: „Düsseldorf ist eine sehr internationale Stadt, hier trifft man auf viele Menschen mit unterschiedlicher Herkunft. Manchmal vergesse ich sogar, dass ich Ausländerin bin. Ich würde auf jeden Fall sehr gerne hier wohnen bleiben. Vielleicht sogar für mein ganzes Leben.“