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Besuch im Landtag

Die Willkommensgruppe lädt ein und viele folgen der Einladung einen Samstagmittag im Düsseldorfer Landtag zu verbringen. Vor allem Studenten von der Heinrich-Heine-Universität, Sprachschüler vom Goethe-Institut und Menschen, die aus dem Ausland vor nicht all zu langer Zeit in die Landeshauptstadt gezogen sind, interessieren sich für den Arbeitsplatz „unserer“ Parlamentarier.

Am Eingang geht es zu wie am Flughafen, jeder wird durchleuchtet, danach Treffpunkt im Licht durchfluteten Foyer. Dort warten, wie in großen Museen, viele „Führerinnen“, die den Gruppen Nummern verteilen und das Programm erklären. Wir 20 starten mit einem Mittagssnack im Erdgeschoss. Dort in der Kantine, mit Blick auf den Rhein, sitzen normalerweise die Abgeordneten und Bediensteten des NRW-Landtages. Im Anschluss hören wir, von einem Mitarbeiter der Abteilung Besucherwesen und Öffentlichkeitsarbeit, einen Vortrag über die parlamentarische Arbeit im Allgemeinen sowie das Besondere unseres föderalistischen Systems.

Nach der Theorie folgt die Praxis: Wir setzen uns auf die sogenannte Bürgertribühne des Plenarsaales, auch Platz des Souveräns genannt. An diesem Samstag, waren die Plätze der Abgeordneten zwar leer, weil das Parlament nicht tagte, dennoch verstanden wir, in dieser Atmosphäre, warum das Gebäude so gebaut wurde. Es spiegelt die Idee von parlamentarischer Demokratie wider: transparente Bauweise, runde Anordnung der Stühle, alle auf einer Höhe. Ein Podium für Bürger und Besucher, Plätze und Kameras für die Presse. Der Landtag NRW war vor 25 Jahren europaweit das erste und einzige Gebäude, das allein für ein Parlament gebaut wurde. In anderen Bundesländern oder Staaten werden historische Gebäude, oft mit monarchischem Hintergrund, genutzt. Der große und auch in runder Formensprache gebaute Aufzug inmitten des Gebäudes, brachte uns zum Ende hin von der dritten Etage ins Erdgeschoss. Dort warteten schon die nächsten Besuchergruppen. Wir sagen ‚Auf Wiedersehen beim nächsten Ausflug‘, den die Willkommensgruppe für Neu-Bürger organisiert.