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Unternehmens-Engagement

19.September 2008 (Joachim Wille)

Von cleveren Weißwäschern und sozial engagierten Unternehmen
Drei Millionen Euro für das Städel-Museum in Frankfurt, ein Klima-Lehrstuhl für die Uni Aachen, Computer und Software für Kindertagesstätten - Konzerne in Deutschland engagieren sich zunehmend für die Gesellschaft.

Doch Beispiele wie diese - sie kommen vom Frankfurter Bankhaus Metzler, dem Stromkonzern Eon und dem Software-Riesen Microsoft - werden kontrovers diskutiert: Betreiben die Konzerne nur "Weißwäscherei"? Oder können sie ein Partner sein, der Defizite in Bereichen wie Bildung, Sozialwesen und Kultur ausgleicht?

Deutsche Firmen engagieren sich seit langem und quer durch alle Branchen außerhalb ihres Kerngeschäfts in Produktion oder Dienstleistung. Eine neue Umfrage, die der FR vorliegt, ergab: Rund 96 Prozent der Firmen - vom Handwerksbetrieb bis zum Konzern - geben als Sponsoren Geld oder Sachspenden oder stellen Mitarbeiter für gemeinnützige Arbeiten frei. "Das geht vom 200-Euro-Scheck für den Turnverein bis zum Millionenbetrag für eine Hochschule", sagt Professor Sebastian Braun von der Universität Paderborn. Das dortige Forschungszentrum für Bürgerschaftliches Engagement hat die repräsentative Studie durchgeführt; befragt wurden Firmen mit einem Jahresumsatz von mindestens einer Million Euro und mindestens zehn Beschäftigten. Diese decken rund 80 Prozent der Wirtschaftsleistung in Deutschland ab.