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Schüler sorgen für Sicherheit in der Bahn

Düsseldorf 15.12.08, Miriam Drescher

Polizei, Stadt, Rheinbahn und Kriminalpräventiver Rat kooperieren
Jack Mensah ist sicher, mit schwierigen Situationen in Bussen und Bahnen künftig umgehen zu können. „Ich habe mehr Selbstbewusstsein bekommen und gelernt, Leute anzusprechen und mit ihnen zu reden“, sagt der 14-Jährige, der die 8. Klasse der Benzenberg-Realschule besucht. Er hat sich zusammen mit 19 Schülern seiner Schule und 19 der Joseph-Beuys-Gesamtschule zum Fahrzeugbegleiter ausbilden lassen.

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Gestern erhielten die 39 Ehrenamtler von Verkehrsdezernent Werner Leonhardt ihre Ausweise und Urkunden.

2005 wurde das Pilotprojekt „Fahrzeugbegleiter – gemeinsam stark“ in Düsseldorf gestartet. Seitdem haben 171 Schüler der beiden Schulen die Ausbildung zum Fahrzeugbegleiter gemacht. Die Stadt finanziert das Programm, bei dem Rheinbahn, Polizei und Kriminalpräventiver Rat kooperieren. Die Fahrzeugbegleiter sollen den Schulweg sicherer machen, indem sie Streitigkeiten schlichten sowie Gewalt und Unfälle verhindern.

An zwei Tagen haben die Schüler ihre Ausbildung absolviert. „Wir haben verschiedene Situationen nachgespielt und gelernt, wie wir sie entschärfen können“, sagt Lisa Metzak (13) von der Benzenberg-Realschule. Um Konflikte zwischen Mitschülern lösen zu können, hat sich Daniel Kardasiewicz von der Joseph-Beuys-Schule als Fahrzeugbegleiter gemeldet. „Ich bekomme fast täglich Streitereien in der Bahn mit“, sagt der 15-Jährige. Nun weiß er, wie er damit umgehen kann. „Zuerst fordere ich sie auf, aufzuhören“, sagt er. „Dann greife ich ein, indem ich den Fahrer oder andere um Mithilfe bitte.“

Regine Brochhagen-Klein, Leiterin der Joseph-Beuys-Gesamtschule, ist mit dem Verlauf des Projekts zufrieden: „Das Verhalten der Schüler in den Bahnen und auf den Weg dahin, hat sich spürbar verbessert.“ Die Rheinbahn kann den Erfolg zumindest für Meerbusch mit Zahlen belegen. Dort gibt es das Projekt bereits seit 2000. „Die Unfälle sind in Meerbusch um 70 Prozent zurückgegangen“, sagt Rheinbahn-Sprecherin Heike Schuster.